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    Im Liederkranz: Quintessenz


zum Konzert am 27.10.2018

Chormusik für die Freiheit

20181110 Quintessenz 77 BLiberté - aktueller als unter diesem Titel kann man ein Chorkonzert, in einer Zeit der politischen Unruhen auf dieser Welt, nicht präsentieren. Der Kammerchor Quintessenz, der unter dem Dach des Gesangverein Liederkranz Kriftel singt, nahm als Gastchor an zwei Konzerten der befreundeten Gesangvereine Eintracht Nauheim und Eintracht Mittel-Gründau unter der Leitung von Alexander Grün teil. Unter seiner Gesamtleitung entstand ein musikalisches Meisterwerk für die Freiheit und für ein friedliches Miteinander, schaut man in Länder wie z. B. Polen, die Türkei oder auch die USA.

  „Ich hätte nicht gedacht, dass die aktuelle politische Lage auch in Deutschland das Konzert so aktuell machen würde“, erklärte Grün vor dem zweiten gemeinsamen Konzert in Gründau. Zwei Wochen zuvor in Nauheim, also einen Tag vor der Hessenwahl, fand die Premiere von „Libertè“ statt. An diesem Abend warb der Dirigent dafür, freiheitlichen Parteien das Vertrauen zu schenken. Am  Samstagabend in Gründau wusste er, dass 20 Prozent der Bürger diesem Ruf nicht gefolgt waren.

20181110 Quintessenz78  Freiheit im Leben und im Sterben, der erste von fünf aufeinander aufbauenden Blöcken des Themas, bildete den Beginn der Konzerte. Zu Gehör kam der Gefangenenchor aus Ludwig van Beethovens „Fidelio“ – ein reiner Männerchor . Der Nauheimer Chor Hörsturz, unter Leitung von Mona Dornbusch, folgte mit „Fragile“ von Sting. Eintracht Mittel-Gründau gemeinsam mit Quintessenz verschmolzen zu einer harmonischen Einheit bei „Gabriellas Sång“ aus dem Film „Wie im Himmel“.

  Robert Schumanns „Zigeunerleben“, ein als Chorstück vertontes Gedicht von Lewis Carroll „Mouse Tales – Beneath the Mat“ und „California dreamin‘“ bildeten den Rahmen für den zweiten Block Freiheit in der Natur. Im dritten Block Freiheit in der Liebe, stachen besonders das Stück „Run to you“, dargeboten vom Chor Hörsturz und die Titelmelodie aus dem gleichnamigen Film „Skyfall“ heraus.                    

  Die wunderschöne Ballade „Here in my heart“, die von Quintessenz, Mittel-Gründau und Nauheim  wiedergegeben wurden stand dem Chormedley „Give me a choral medley“ im vierten Block Freiheit im Geist gegenüber. Ein Werk, das als Persiflage zu verstehen ist, gibt es doch das „Beste vom Besten“ wieder.

  Nach rund 2 Stunden vollendeten die insgesamt 120 Sänger aus fünf Chören ihre musikalische Hommage an die Freiheit mit dem Finale aus Gioachino Rossinis Oper „Guillaume Tell“. Freiheit als Hoffnung – mit dem Finalstück „Tout change et grandit“ (alles verändert sich und wächst) führten die Sängerinnen und Sänger unter dem Dirigat von Alexander Grün den Abend in einer klanglich monumentalen Aussage zu seinem Ende. Für die musikalische Begleitung sorgten feinfühlig am Klavier Plamena Doncheva und Christian Keul am Kontrabass.

  Fazit: Die Konzerte in Nauheim und Gründau konnten nicht nur musikalisch überzeugen, sie setzten auch ein gesellschaftliches Ausrufezeichen. Wie sagte doch der Nauheimer Bürgermeister Jan Fischer in seiner Begrüßung: „Zur Freiheit gibt es keine Alternative!“.

Klaus Gallenbacher

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